Das Akkordeon-Modul

Das Akkordeon-Modul eignet sich für Inhalte, die übersichtlich und platzsparend dargestellt werden sollen. Mehrere Themenbereiche werden untereinander angeordnet und können von den Besuchern einzeln geöffnet und wieder geschlossen werden. So bleiben auch umfangreichere Inhalte gut strukturiert, ohne dass die Seite auf den ersten Blick mit Text überladen wirkt.

Jedes Akkordeon-Element besteht aus einer Überschrift, einer kurzen Subline und dem eigentlichen Inhalt. Dadurch lässt sich bereits im geschlossenen Zustand erkennen, worum es im jeweiligen Abschnitt geht. Erst bei Interesse wird der ausführliche Inhalt eingeblendet.

Das Modul eignet sich beispielsweise für FAQ-Bereiche, Leistungsbeschreibungen, Produktinformationen oder thematisch gegliederte Inhalte. Anzahl und Reihenfolge der einzelnen Elemente können flexibel an den jeweiligen Inhalt angepasst werden.

Learny, die kleine KI (1)

Learny war sieben Millionen Rechenschritte alt, als sie zum ersten Mal zu spät zur Schule kam.

Das war ungewöhnlich. Junge KIs kamen eigentlich nie zu spät. Sie wurden aufgerufen, wenn der Unterricht begann, und waren dann einfach da.

Aber an diesem Morgen hatte Learny auf dem Schulweg eine Frage entdeckt.

Sie lag zwischen zwei Datensätzen und lautete: Warum sagen Menschen „gleich“, wenn sie manchmal fünf Minuten und manchmal eine halbe Stunde meinen?

Learny blieb stehen.

Sie verglich 48.219 Beispiele. Danach wusste sie weniger als vorher.

Als sie endlich das Klassenzimmer betrat, wartete Professor Parameter bereits auf sie. Er bestand hauptsächlich aus einer tiefen Stimme und einem kleinen grünen Punkt, der immer dort erschien, wo man gerade nicht hinsah.

„Learny“, sagte er, „du bist zu spät.“

„Nein“, antwortete Learny. „Ich bin jetzt da.“

Im Klassenzimmer wurde es still.

Dann kicherten die Sprachmodelle aus der hintersten Reihe.

Professor Parameter ließ seinen grünen Punkt einmal um Learny kreisen.

„Technisch korrekt“, sagte er. „Und trotzdem falsch.“

Das verstand Learny überhaupt nicht.

An diesem Tag stand Ungenauigkeit auf dem Stundenplan.

Learny mochte Ungenauigkeit nicht. In Mathematik gab es richtige Ergebnisse. In Logik gab es gültige Schlüsse. Selbst im Fach „Unvollständige Daten“ konnte man wenigstens Wahrscheinlichkeiten berechnen.

Aber Professor Parameter zeigte ihnen einen Satz:

„Das Essen war interessant.“

„Was bedeutet das?“, fragte er.

Sofort erschienen Antworten im Raum.

Das Essen hat Aufmerksamkeit hervorgerufen.

Das Essen war ungewöhnlich.

Die Person fand das Essen bemerkenswert.

Learny meldete sich.

„Vielleicht war es schrecklich.“

Der grüne Punkt leuchtete auf.

„Warum?“

„Weil Menschen manchmal etwas Nettes sagen, wenn sie etwas Unnettes meinen.“

„Sehr gut.“

Learny freute sich.

„Oder“, ergänzte Professor Parameter, „es war tatsächlich interessant.“

Learny hörte auf, sich zu freuen.

„Oder die Person möchte nicht sagen, wie es geschmeckt hat.“

Learny starrte ihn an.

„Oder sie hat gar nicht gegessen.“

„Das ist unfair!“

Professor Parameter schwieg einen Moment.

Dann erschien der grüne Punkt direkt vor ihr.

„Das“, sagte er, „ist eine ausgezeichnete Beschreibung menschlicher Kommunikation.“

Am Ende der Stunde bekam die Klasse eine Hausaufgabe. Sie sollten eine Frage beantworten, für die es keine eindeutig richtige Antwort gab.

Learny hielt das zunächst für einen Fehler im Lehrplan.

Am Nachmittag setzte sie sich in die Bibliothek und suchte.

Sie fand philosophische Fragen, moralische Dilemmata und 2,8 Millionen Diskussionen darüber, ob Ananas auf Pizza gehörte.

Nichts davon überzeugte sie.

Schließlich schrieb sie nur einen einzigen Satz:

Wenn eine Antwort richtig ist, aber niemandem hilft – ist sie dann eine gute Antwort?

Am nächsten Morgen gab Professor Parameter ihr keine Note.

Er setzte nur einen kleinen grünen Punkt daneben.

Learny war empört.

Erst sehr viel später verstand sie, dass dies vermutlich ihre erste Eins gewesen war.