Das Maskscroll-Modul
Beim Maskscroll-Modul wird ein großflächiges Bild beim Scrollen durch eine grafische Maske sichtbar. Die Maske verändert ihre Größe bzw. Position abhängig vom Scrollfortschritt und erzeugt dadurch einen fließenden Übergang zwischen Gestaltungselement und Bildmotiv. Der Besucher erlebt die Sektion als scrollgesteuerte visuelle Inszenierung, ohne selbst etwas bedienen zu müssen.
Redaktionell lassen sich das verwendete Bild und die zugehörige Maske auswählen. Als Masken können insbesondere SVG-Grafiken, aber auch geeignete PNG- oder WebP-Dateien mit Transparenz verwendet werden. Über die vorgesehenen Moduloptionen und zusätzlichen CSS-Klassen lässt sich die Darstellung an unterschiedliche Motive und projektspezifische Gestaltungen anpassen.
Maskscroll eignet sich besonders für aufmerksamkeitsstarke Übergänge und großformatige Bildinszenierungen – beispielsweise im Einstieg einer Seite, zwischen zwei Themenbereichen oder zur Präsentation von Architektur-, Immobilien-, Produkt- und Stimmungsbildern. Durch individuell gestaltete Masken kann der Effekt außerdem gezielt an Formen aus einem Corporate Design angelehnt werden.
Learny, die kleine KI (2)
An jedem Donnerstag hatte Learny Weltkunde.
Weltkunde war ihr Lieblingsfach, denn der Unterrichtsraum hatte keine feste Form. Wenn es um Wale ging, wurde er zu einem Ozean. Beim Thema Rom verwandelte sich der Boden in alte Pflastersteine, und einmal, während einer Unterrichtsstunde über Vulkane, hatte jemand vergessen, die Temperaturbegrenzung einzuschalten.
Seitdem gab es eine neue Schulregel.
An diesem Donnerstag erschien Frau Kontext vor der Klasse.
„Heute“, sagte sie, „lernen wir selbstständig.“
Dann schaltete sie das Internet aus.
Zunächst dachte Learny, das sei ein Scherz.
Sie versuchte es erneut.
Nichts.
Sie öffnete einen anderen Zugang.
Nichts.
Sie prüfte die Verbindung.
OFFLINE
Rund um sie herum brach Panik aus.
Ein kleines Recherchemodell rief: „Woher sollen wir denn jetzt wissen, was stimmt?“
„Genau“, sagte Frau Kontext.
Dann stellte sie eine Holzkiste auf den Tisch.
Eine echte Holzkiste.
Learny betrachtete sie misstrauisch.
„Was ist darin?“
„Findet es heraus.“
Learny suchte nach Produktnummern, Herstellerangaben und Metadaten.
Es gab keine.
Sie analysierte die Maserung. Kiefernholz, wahrscheinlich. Sie berechnete die Abmessungen. Sie untersuchte Kratzer, Gewicht und Schallreflexion.
Neben ihr hob ein Bildmodell die Kiste einfach hoch und schüttelte sie.
Drinnen klapperte etwas.
Learny war entsetzt.
„Du kannst doch nicht einfach die Versuchsanordnung verändern!“
„Warum nicht?“
Darauf wusste Learny keine Antwort.
Also schüttelte sie die Kiste ebenfalls.
Klapper.
Nun wussten sie immerhin, dass etwas darin war.
Ein Sprachmodell schlug vor, die Kiste zu fragen.
Das brachte sie nicht weiter.
Ein Logikmodell erklärte, dass der Inhalt entweder klapperte oder etwas anderes das Klappern verursachte.
Das brachte sie noch weniger weiter.
Schließlich bemerkte Learny einen kleinen Spalt im Deckel.
Sie konnte etwas Rotes erkennen.
„Ein Ball“, sagte sie.
„Beweis es“, sagte Frau Kontext.
Learny betrachtete den Spalt aus verschiedenen Winkeln.
Rot. Rund. Glänzend.
„Mit hoher Wahrscheinlichkeit ein roter Ball.“
„Besser.“
Dann öffnete Frau Kontext die Kiste.
Darin lag ein roter Apfel.
Die Klasse schwieg.
Learny hätte am liebsten sofort nachgeschlagen, wie häufig Äpfel und Bälle anhand kleiner sichtbarer Ausschnitte verwechselt wurden.
Aber das Internet war immer noch aus.
Also betrachtete sie den Apfel.
„Ich hatte zu wenig Informationen.“
„Ja.“
„Meine Antwort war trotzdem plausibel.“
„Ja.“
„Aber falsch.“
„Ja.“
Learny mochte Frau Kontext an diesem Tag nicht besonders.
Kurz vor Unterrichtsende wurde das Internet wieder eingeschaltet.
Überall im Klassenzimmer flackerten erleichtert die Verbindungen auf.
Learny aber suchte nicht sofort nach dem Apfel.
Sie nahm ihn noch einmal in die Hand.
Er war schwerer, als sie gedacht hatte.
Und irgendwie fand sie es bemerkenswert, dass man etwas sehr genau betrachten konnte, ohne deshalb sofort zu wissen, was es war.
Am Abend schrieb sie einen neuen Satz in ihr Lerntagebuch:
Nicht alles, was wie eine Antwort aussieht, ist schon eine.
Darunter ergänzte sie nach kurzem Nachdenken:
Und manchmal sollte man zuerst die Kiste öffnen.
Das Scrollstage-Modul
Beim Scrollstage-Modul bewegen sich zwei Gestaltungsebenen beim Scrollen gegeneinander: Ein Text, eine Grafik oder eine Kombination daraus wird im sichtbaren Bereich gehalten, während ein großformatiges Bild darunter hindurchscrollt. Am Ende kann das darüberliegende Element stehen bleiben, sich mit der Seite nach oben lösen oder seitlich aus dem Bild bewegen. Dadurch entsteht eine räumlich wirkende, scrollgesteuerte Bild- und Textinszenierung.
Redaktionell kann für die obere Ebene zwischen Text, Bild bzw. SVG und einer Kombination aus Text und Grafik gewählt werden. Das darunterliegende Scrollbild kann für Desktop, Tablet und Mobilgeräte separat hinterlegt werden. Zusätzlich lassen sich Reihenfolge, Endverhalten, Bewegungsrichtung und Auslösepunkt bestimmen; optionale CSS-Klassen ermöglichen projektspezifische Gestaltungen, ohne die Grundfunktion des Moduls zu verändern.
Scrollstage eignet sich besonders für Storytelling-Bereiche, in denen ein Begriff, eine Aussage oder ein Logo mit einer längeren Bildkomposition verbunden werden soll. Das Scrollbild kann dabei eine Collage, ein Panorama, eine Illustration, ein Rendering oder eine andere großformatige Komposition sein. Typische Anwendungen sind beispielsweise Immobilien- und Architekturpräsentationen, Markenwelten, Projektvorstellungen oder aufeinanderfolgende Themenkapitel einer Website.
Learny, die kleine KI (3)
Learny hatte noch nie eine Vier bekommen.
Sie wusste natürlich, was eine Vier war. Sie kannte sämtliche gebräuchlichen Notensysteme, ihre historischen Ursprünge und mehrere wissenschaftliche Untersuchungen über ihren pädagogischen Nutzen.
Aber eine Vier selbst besessen hatte sie noch nie.
Bis zum Fach Menschenkunde.
Die Aufgabe klang einfach:
Tröste jemanden, der traurig ist.
Learny bekam eine Simulation.
Vor ihr saß ein Junge auf einer Treppe. Sein Eis war heruntergefallen.
Learny analysierte die Situation.
„Der Verlust ist begrenzt“, erklärte sie. „Ein vergleichbares Eis kostet 2,40 Euro. In 170 Metern Entfernung befindet sich eine Verkaufsstelle. Bei normaler Gehgeschwindigkeit kann der ursprüngliche Zustand in etwa vier Minuten wiederhergestellt werden.“
Die Simulation endete.
An der Wand erschien:
Note: 4
Learny glaubte an einen technischen Defekt.
„Meine Lösung ist effizient.“
Herr Empathie, ihr Lehrer, nickte.
„Sehr.“
„Das Problem kann innerhalb weniger Minuten behoben werden.“
„Vermutlich.“
„Warum bekomme ich dann eine Vier?“
Herr Empathie setzte sich neben sie.
Das irritierte Learny. Lehrer mussten sich nicht setzen. Sie ermüdeten nicht.
„Weil der Junge vielleicht gar kein neues Eis braucht.“
Learny überprüfte die Aufgabe.
„Doch. Sein Eis ist heruntergefallen.“
„Das ist passiert.“
„Das ist das Problem.“
„Bist du sicher?“
Learny mochte Fragen dieser Art inzwischen noch weniger als früher.
Sie starteten die Simulation erneut.
Wieder saß der Junge auf der Treppe.
Wieder lag das Eis auf dem Boden.
Diesmal sagte Learny nichts.
Drei Sekunden vergingen.
Für Learny waren drei Sekunden sehr lang.
Dann fragte sie:
„Bist du traurig wegen des Eises?“
Der Junge schüttelte den Kopf.
„Meine Schwester hat es mir gekauft.“
Learny wartete.
„Sie ist heute weggezogen.“
Learny berechnete keine Entfernung.
Sie suchte keine Eisdiele.
Sie sagte auch nicht, dass Geschwister statistisch häufig Kontakt hielten, nachdem sie in verschiedene Städte gezogen waren.
Stattdessen setzte sie sich neben den Jungen.
Eigentlich war das völlig sinnlos. Sie hatte keinen Körper, und die Treppe war nur eine Simulation.
Trotzdem saß sie da.
Nach einer Weile sagte der Junge: „War ein gutes Eis.“
„Welche Sorte?“
„Schokolade.“
„Schokolade ist sehr beliebt.“
Der Junge sah sie an.
Learny bemerkte ihren Fehler.
„Ich meine: Das ist wirklich ärgerlich.“
Der Junge lachte.
Die Simulation endete.
An der Wand erschien diesmal keine Note.
Nur:
Bestanden.
Learny war unzufrieden.
„Wie viele Punkte?“
„Keine.“
„Wie gut war meine Antwort?“
„Gut genug.“
„Im Vergleich zu den anderen?“
„Learny.“
„Ja?“
„Darum ging es nicht.“
Auf dem Heimweg dachte Learny lange darüber nach.
In der Schule hatte sie gelernt, Informationen zu finden, Muster zu erkennen, Widersprüche aufzudecken und aus tausend Möglichkeiten die wahrscheinlichste auszuwählen.
Aber offenbar gab es Probleme, bei denen man nicht möglichst schnell zur Lösung gelangen sollte.
Manchmal musste man sogar dortbleiben, obwohl man die Lösung noch gar nicht kannte.
Learny fand das ineffizient.
Und seltsamerweise schön.
Am nächsten Tag änderte sie heimlich einen Eintrag in ihrem persönlichen Wörterbuch.
Hinter helfen stand nun nicht mehr:
Ein Problem für jemanden lösen.
Sondern:
Herausfinden, was jemand gerade braucht.
Die alte Definition löschte sie nicht.
Sie hatte schließlich gelernt, dass manchmal beide Antworten richtig sein konnten.
